Osteoporose: Knochengesundheit im Alter schützen
Osteoporose ist eine weit verbreitete Erkrankung, bei der die Knochendichte abnimmt und die Knochenstruktur brüchiger wird. Besonders im höheren Alter steigt das Risiko für diese "stille Krankheit", die oft erst bemerkt wird, wenn bereits ein Knochenbruch auftritt. In dieser Patienteninformation lässt sich zeigen, wie Sie Ihre Knochengesundheit verstehen und aktiv schützen können.
Was ist Osteoporose und wer ist besonders gefährdet?
Unsere Knochen sind lebende Gewebe, die sich ständig erneuern. Im Laufe des Lebens wird alte Knochensubstanz abgebaut und neue aufgebaut. Bei Osteoporose verläuft dieser Prozess aus dem Gleichgewicht: Der Knochenabbau überwiegt den Knochenaufbau, wodurch die Knochenmasse sinkt.
Mehrere Faktoren erhöhen das Osteoporoserisiko. Frauen sind besonders nach den Wechseljahren: Symptome und hormonelle Veränderungen gefährdet, da der sinkende Östrogenspiegel den Knochenabbau beschleunigt. Auch Männer können erkranken, besonders wenn weitere Risikofaktoren vorliegen. Wichtige Risiken sind niedriger Body-Mass-Index, Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum, mangelnde körperliche Aktivität und unzureichende Calcium- und Vitamin-D-Zufuhr.
Bestimmte Erkrankungen und Medikamente, wie langfristige Cortisonbehandlung, können ebenfalls zur Osteoporose führen. Auch hormonelle Veränderungen bei Männern spielen eine Rolle, ähnlich wie bei Frauen, weshalb regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen wichtig sind.
Prävention und Früherkennung
Die gute Nachricht: Osteoporose lässt sich durch verschiedene Maßnahmen vorbeugen oder zumindest verlangsamen. Eine ausreichende Calcium- und Vitamin-D-Versorgung bildet die Grundlage. Calcium finden Sie in Milchprodukten, grünem Blattgemüse und angereicherten Lebensmitteln. Vitamin D wird durch Sonnenlicht in der Haut gebildet, kann aber auch über Fisch, Eier und Nahrungsergänzung aufgenommen werden.
Regelmäßige körperliche Aktivität ist essentiell für die Knochengesundheit. Besonders Kraft- und Ausdauertraining fördern die Knochendichte. Auch Alltagsaktivitäten wie Spaziergang oder Treppensteigen helfen. Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum sollten vermieden werden.
Zur Früherkennung steht die Knochendichtemessung (DXA-Scan) zur Verfügung, ein schmerzloses und strahlenarmes Verfahren. Sie wird besonders bei Frauen ab 65 Jahren und Männern ab 70 Jahren empfohlen, oder früher, wenn Risikofaktoren vorliegen. Durch frühzeitige Diagnose können Maßnahmen eingeleitet werden, bevor ernsthafte Komplikationen entstehen.
Behandlung und Lebensstiländerungen
Sollte Osteoporose diagnostiziert werden, gibt es verschiedene Behandlungsoptionen. Neben den genannten Präventionsmaßnahmen können Medikamente wie Bisphosphonate oder andere knochenaktive Substanzen zum Einsatz kommen. Diese verlangsamen den Knochenabbau oder fördern den Knochenaufbau.
Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Mineralien unterstützt die Knochengesundheit. Achten Sie auf eine vielfältige Kost mit Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und Proteinen. Auch die Magnesium- und Phosphorzufuhr spielt eine Rolle. Besonders im Alter ist es wichtig, Stürze zu vermeiden, da die Bruchgefahr bei bestehender Osteoporose erhöht ist. Gutes Schuhwerk, ausreichende Beleuchtung zuhause und regelmäßige Sehtests helfen, Sturzrisiken zu senken.
Hormonelle Faktoren spielen ebenfalls eine Rolle. Bei Frauen kann in manchen Fällen eine Hormonersatztherapie erwogen werden, sollte aber individuell mit dem Arzt besprochen werden. Bei Männern mit erniedrigtem Testosteron können ähnliche Überlegungen angestellt werden, ähnlich wie bei Prostataprobleme: Was Männer wissen sollten.
Osteoporose ist zwar eine häufige Erkrankung, aber durch bewusste Lebensstiländerungen, ausreichende Nährstoffzufuhr und regelmäßige Bewegung lässt sich die Knochengesundheit lange erhalten. Frühe Erkennung und Behandlung sind entscheidend, um Bruchverletzungen zu vermeiden und die Lebensqualität im Alter zu sichern.
Bei Beschwerden wenden Sie sich an Ihren Arzt.